Spaß haben bis die Halle bebt: Die Nachtolympiaden 2015

Spaß haben bis die Halle bebt: Die Nachtolympiade 2015 des Event e.V.

Eindrücke von Marie Jelenka Kirchner

„…und das macht ihr alles freiwillig?“, fragt eine Mutter, die fasziniert auf 80 Kinder blickt, die lautstark lärmend durch die Turnhalle toben. Man sieht ihr an, dass sie sich am liebsten die Ohren zuhalten möchte. „Klar“, sagen wir. „Da muss man aber schon Lust drauf haben.“ „Die haben wir!“, lachen wir, denn Lust auf Kinder, auf Spaß und auf Toberei haben wir,  das Team von Event e. V., mehr als genug. Und genau darum organisieren wir mehrmals jährlich eine ganz besondere Veranstaltung: die  Nachtolympiade. Doch was ist das eigentlich und was macht sie so einzigartig?

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Wer dabei ist, gehört dazu

Die Nachtolympiade ist eine Veranstaltung, bei der Kinder sich eine ganze Nacht so richtig austoben können, begleitet von einem motivierten und engagierten jungen Team.

Auch ich bin dieses Jahr dabei. Das erste Mal in der siebenjährigen Tradition der Nachtolympiade kann ich als neue Betreuerin das Event von innen kennenlernen. Eingeplant war ich anfangs nur für den Empfang, denn Ich konnte mir nur schwerlich vorstellen, die ganze Nacht umgeben von Kindern in einer Turnhalle zu übernachten. Innerhalb der ersten Stunde änderte ich meine Meinung und war Feuer und Flamme, die ganze Nachtolympiade von vorne bis hinten mit zu erleben. Und die zweite auch. Und die dritte und die vierte…

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Das Team, das die Nachtolympiade mit vereinten Kräften auf die Beine stellt, setzt sich aus vielen jungen Menschen zusammen. Im Handumdrehen wurde auch ich Teil des eingespielten Team des gemeinnützigen Vereins „Event e. V.“.

Als am nächsten Morgen die Kinder verabschiedet wurden, sah ich mich um: Kinder drückten ihre Betreuerinnen und Betreuer, die Arm in Arm am Ausgang lehnten oder noch durch die Halle wuselten, alle sahen etwas müde, aber sehr zufrieden aus und ich wusste plötzlich, was das Erfolgsrezept der Nachtolympiaden ist: es liegt am Team.

Nachtolympiade 2015: Making Of

Die Vorbereitungen für die Nachtolympiade 2015 begannen lange vor dem 24. Juli. Es mussten nicht nur die Örtlichkeiten arrangiert werden, sondern vor allem musste ein Konzept entwickelt und die Logistik geplant werden, um 80 Kinder und über 20 Betreuerinnen und Betreuer eine ganze Nacht bei Laune zu halten.

Als die ersten Kinder am 24. Juli zur ersten Nachtolympiade von vieren im Jahr 2015 in die Halle stürmen, steht der Ablauf, in der Küche werden Brötchen en masse geschmiert und im Geräteraum pusten einige Betreuerinnen und Betreuer bunte Ballons auf.  Die DJs legen peppige Musik auf und die Kinder flitzen durch die große Halle oder kraxeln über den Mattenturm in der Mitte. Kinder, die laut ihrer Eltern zu Heimweh neigen, kriegen ein bisschen besondere Aufmerksamkeit, denn wir wollen schließlich, dass alle die ganze Nacht dabei bleiben.

Spiele, Spiele und noch mehr Spiele mit Bär

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Die Ansage zu Beginn der langen Nacht ist klar: Wir alle wollen ein klasse Erlebnis haben und das funktioniert nur in der Gruppe, wenn alle mitmachen. Die Ansage ist auch: wenn etwas nicht so ist, wie es sein soll (nämlich super), ist niemand allein.  Bei Kratzern gibt es Pflaster, bei Kummer tröstende Worte und auch sonst immer offene Ohren.  Glücklicherweise hatten wir weder mit Verletzten, noch mit Herzschmerz viel zu tun und meistens reichten einige Minuten auf der Bank am Rand, ehe die Spiele wieder zum Mitmachen lockten.

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Die Ansage und die Vorstellung am Abend nach der Ankunft dauern nicht lange und dann geht es endlich los! Die Spiele werden eröffnet. Moritz, der Bär, den die Kinder sofort ins Herz schließen, führt durch den ganzen Abend. Drei Stunden wird gerannt, gesprungen, getobt, gekrochen, geflattert und natürlich gelacht.  Die Kinder sind Kühe, retten gestrandete Wale, sammeln Nüsschen für hungrige Eichhörnchen und haben einen Heidenspaß. Die Betreuerinnen und Betreuer, die nicht mitspielen dürfen, stehen neidisch am Rand und wippen im Takt der wilden Musik.  Wir alle haben ein Kind in uns, das spätestens dann zum Vorschein kommt, wenn eine ganze große Turnhalle mit bunten Ballons gefüllt wird. Zwischendurch gibt es kleine Pausen, dann geht es weiter. Und als es draußen richtig dunkel ist, kommt das nächste Highlight: die Nachtwanderung.  Am Samstag spielt das Wetter nicht unbedingt mit, aber wer 3 Stunden rennen kann, ist eindeutig nicht aus Zucker. Also stapft die Truppe in dicken Jacken durch eine etwas nasse Nacht. Beschwert hat sich keiner.

Als es in die Schlafsäcke geht, gibt es noch eine Überraschung: alle Kinder können Bekanntschaft mit Jeremy James schließen. Geschichtenerzählerin Bohne liest aus dem Buch von David Henry Wilson vor, bis auch der Letzte im Mattenlager, eingekuschelt in Decken und Schlafsäcke und umgeben von Kuscheltierhorden, eingeschlummert ist. Am nächsten Morgen geht es weiter mit dem Radau, bis die Eltern nach und nach ankommen, um ihren Nachwuchs wieder einzusammeln. Gemeinsam wird noch aufgeräumt – Ordnung muss sein – und dann ist die Nachtolympiade vorbei.

Eine bleibende Erfahrung

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An beiden Morgenden danach fragen beim Check-out viele Eltern: „Und? Wie lief’s?“ „Super!“, ist unsere Antwort, die aus tiefstem Herzen kommt. „Ihr seht ja doch recht ausgeschlafen aus“, lacht eine Mutter.  Natürlich schlaucht es uns alle etwas, zwei Nächte in Folge 80 Kinder zu bespaßen und zu versorgen. Doch die Nachtolympiaden beruhen auf einem einfachen Prinzip, das uns die Arbeit um einiges erleichtert: alle wollen Spaß haben. Nicht nur die Kinder, die sich angemeldet haben, sondern ebenso auch wir. Die ganze Veranstaltung beruht auch auf Gemeinsamkeit und Gegenseitigkeit. Alle wollen ernst genommen werden – und alle gehören selbstverständlich dazu. Die Nachtolympiade bereitet uns auch deshalb so viel Freude, weil wir wissen, dass wir auf die Kinder bauen können. Selbst wenn unseren Betreueraugen etwas entgeht, dann informieren uns die Kinder. Wenn wir etwas sagen, dann hören sie. Wenn sie etwas sagen, dann hören wir.

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Wir organisieren Veranstaltungen für Kinder, weil wir wollen, dass sie mit tollen Erinnerungen aufwachsen und auch, weil wir ihnen einen Raum geben möchten, in dem sie sich austoben und ausprobieren können.

Nach der Nachtolympiade ist vor der Nachtolympiade

„Wolltest du nicht eigentlich nur zwei Stunden bleiben?“, werde ich nach meiner ersten Nachtolympiade morgens beim Frühstück gefragt. Ich zucke schmunzelnd mit den Schultern. „Hab mich umentschieden. Wann ist noch gleich die Nächste? Heute Nacht? – Yeah!“

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Die Kinder, die am Freitagabend dabei gewesen sind, hatten Glück: viele von ihnen kamen am Samstagabend gleich wieder vorbei. Jetzt müssen sie sich erst einmal einen Monat gedulden, denn die nächste Nachtolympiade findet erst in vier Wochen statt. Aber selbst für die, die es am 21. und 22. August nicht nach Wiefelstede oder Metjendorf schaffen, gibt es gute Nachrichten: Die Nachtolympiade wird natürlich im Jahr 2016 im Rahmen des Ferienpasses wieder stattfinden.

Und bis dahin gibt es noch viele andere spannende Veranstaltungen, bei denen das junge Team von Event e. V. dafür sorgt, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis hat, an das sie sich lange strahlend zurückerinnern können.

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Artikel der NWZ vom 01.08.2015 auf Seite 38

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